Entfesselt Blitzen mit dem Fuji X-System

Als ich mir neulich ältere Fotos von mir angesehen habe, bin ich über einige teilweise gelungene Blitzversuche gestolpert. Allerdings habe ich seit gut 5 Jahren keinen Blitz mehr verwendet (zumindest nicht bewußt) – doch das soll sich jetzt ändern. Wie ich speziell mit dem Fuji X-System kabellos blitze, liest du jetzt hier.

Natürlich kann man sich einfach einen Blitz kaufen, diesen auf die Kamera stecken und loslegen. Allerdings sieht das in den wenigsten Fällen gut aus, wenn das Licht dann direkt von vorne kommt. Also braucht man für die kreative Freiheit eine Möglichkeit, den Blitz von der Kamera gelöst – sprich entfesselt – auszulösen und zu steuern.

Zu meinen Canon-Zeiten hatte ich anfangs ein Blitzkabel (sogar das originale OC-E3), welches auf der einen Seite mit der Kamera und auf der anderen mit dem Blitz verbunden wird. Dank TTL hat alles auch immer gut funktioniert, solange man den Blitz auf der gleichen Ebene hatte wie die Kamera – sprich mit gleichem Abstand zum Motiv. So wurde die Belichtung korrekt ausgelesen und ein entsprechendes Signal an den Blitz übermittelt, der dann ausgelöst hat.

Das war dann aber schnell langweilig, da man den Blitz immer festhalten musste oder sich nicht weiter als 1m vom Stativ entfernte. Also musste eine kabellose Variante her. Die Lösung hieß damals Cactus Trigger. Günstig, aber immerhin zu 80% akkurat. Mit diesen Geräten (1x Auslöser für die Kamera und 1x Empfänger für den Blitz) konnte man den Blitz irgendwo auf ein Stativ schrauben und sogar 50m entfernt noch auslösen. Alles manuell (eine automatische Messung bringt hier nichts, da die Kamera ja nicht weiß, wie weit entfernt der Blitz vom Motiv ist) und wie gesagt ziemlich funktionell und praktisch. Der Vorteil war auch, dass man den Empfänger quasi unter jeden manuellen Blitz und den Auslöser auf jede Kamera schrauben konnte.

Dieses System würde auch mit der Fuji funktionieren, allerdings sind mir die Teile offenbar beim letzten Umzug abhanden gekommen… Einige Stunden Internetrecherche später bin ich dann irgendwie bei Yongnuo hängengeblieben. Schuld daran ist unter anderem wieder einmal Stephan Wiesner mit vielen Berichten zu dem System.

Was hab ich nun also gekauft, was kann ich empfehlen und vor allem: was funktioniert problemlos mit Fuji Kameras? Folgendes ist in meinem Einkaufskorb gelandet:

Yongnuo YN 560-TX  Blitzauslöser

Den Auslöser gibt es für Canon und Nikon – ich habe die Canon Variante gewählt. Ob die Nikon Version mit Fuji auch funktioniert, kann ich leider nicht sagen. Der Auslöser steuert alle Blitze der 560er Serie (vielleicht auch andere, zumindest von Yongnuo, keine Ahnung…). Man kann die Blitzleistung und den Zoom direkt über sein Menü steuern. Sehr praktisch, wenn der Blitz bereits auf einem Stativ in 2m Höhe oder in einer Softbox steckt und man die Leistung anpassen möchte. Das war mein Wunsch, daher hab ich diese Kombination gekauft.

 

Yongnuo YN 560 MK III Blitz

Der Blitz hat einen integrierten Empfänger, daher benötigt man keine weitere Hardware. Er funktioniert übrigens auch, wenn man ihn direkt auf die Kamera steckt – allerdings nur manuell, da keine TTL Daten übertragen werden. Für mich ist dies relativ unwichtig und für die Preisklasse auch vertretbar.

Fazit: für mich ist das ein schönes, kleines, praktisches und recht günstiges Blitzsystem (Auslöser und Blitz kosten zusammen 100 Euro), welches funktioniert und mir manuelle Möglichkeiten bietet. Auf Automatik kann und möchte ich ohnehin verzichten, da Kamera und Blitz ja nicht wissen, was ich vorhabe.

Die ersten Versuche bestanden aus „Produktfotos“ in meinem selbstgebauten PFFW (ausgesprochen: „ProduktFoto-FotografierWürfel“ – ja, ich weiß… genial oder?) – ziemlich einfach, aber effektiv und auch gut zu verwenden für eBay oder ähnliches. Im Vergleich zu den Fotos der Yongnuo Komponenten weiter oben schon ein Unterschied – die hab ich nicht geblitzt:

Man sollte die Dinge allerdings vorher etwas putzen…

Aber jetzt heißt es: kreativ werden!

Als erstes werde ich mich wohl an geblitzte Portraits heranwagen – zur Not Selbstportraits, wie hier im Test:

Yongnuo YN 560 an der Fuji X-Pro2

Da muss ich sicher noch etwas üben – vor allem als Model – aber für den Anfang ist das wohl okay. Ausgelöst hab ich übrigens mit dem Handy und der Fuji App.

Zusätzlich habe ich mir noch einen Lichtformer gekauft – nämlich eine 60×60 Softbox von Neewer – die sollte vorerst reichen. Jetzt fehlt nur noch ein kleiner Raum als Studio…

Anmerkung: das beschriebene Yongnuo System sollte natürlich auch mit allen (bzw vielen) anderen Kamerasystemen funktionieren, wie etwa Sony oder Olympus. Ich habe es nicht getestet und da ich ein Fuji-Fanboy bin, werde ich es auch nicht. Versuch es einfach und lass es mich wissen.

Also dann, bis bald.

Hinweis: Produktlinks führen zu Amazon (Affiliate Links)


3 Kommentare

Kommentar verfassen